Medical Training, das klingt so streng, wozu soll das gut sein?

Stellen Sie sich vor, Ihr Hund hat eine schmerzhafte Ohrenentzündung, hat sich beim Spaziergang eine Pfote verletzt oder soll einfach nur geimpft werden.

In der Tierarztpraxis greift man die schmerzhafte Stelle an oder fügt im Rahmen der Untersuchung vielleicht sogar noch Schmerzen hinzu.

Was lernt Ihr Hund daraus? Die Menschen in weißen Hosen tun mir weh, da will ich nie wieder hin.

Das muss nicht sein! In Zusammenarbeit mit der Tierarztpraxis Leesdorf und ATM Sabrina Hauser haben wir 5 Übungen zusammengestellt, die wir Step by Step üben und aufbauen wollen.

Später erkennt der Hund die Übung wieder und wird sein Vertrauen nicht verlieren, selbst wenn die Übung im Ernstfall einmal etwas weh tut! Sie bleiben für Ihren Hund Führungsperson, Sie können Ihren Hund unterstützen und Mut machen.

Auch im Alltag können diese Übungen Sie und Ihren Hund stärken! Sie und Ihr Hund entscheiden, welche Übungen zuerst geübt werden.

Medical Training

Sabrina Hauser

&

Tierarztpraxis Leesdorf

Übung 1: GEIMPFT WERDEN

Beim Impfen besteht die Schwierigkeit der Übung darin, die Nähe des Tierarztes zum Hund zuzulassen und in einem kleinen Stich, also einem Schmerzreiz für den Hund. Wenn der Besitzer seinem Hund jedoch Sicherheit vermitteln kann, ist diese Übung sehr viel angenehmer. Manche Hunde fühlen sich bedroht, wenn ein fremder Mensch, in unserem Fall die Tierärztin, sich zu eng nähert oder den Hund angreifen möchte. Durch eine einfache Bindungsübung zwischen Hund und seinem Besitzer kann man dem Hund diese Angst nehmen.

Wenn diese Basisübung gut verknüpft ist, können wir die Impfung, Blutabnahme oder das Setzen eines Venenzugangs ergänzen und ebenfalls positiv verknüpfen.

Übung 2: AUF DER SEITE LIEGEN

Bei vielen Untersuchungen ist es wichtig, dass der Hund entspannt auf der Seite liegen kann.

• Die Pfote ist verletzt – Ihr Hund braucht einen Verband

• ein Röntgen soll gemacht werden

• eine Hautentzündung am Bauch soll kontrolliert werden

• ein Ultraschall soll gemacht werden

• die Krallen sollen geschnitten werden

• die Nähte nach einer Operation sollen entfernt werden

An sich sind dies schmerzfreie Untersuchungen. Aber nur, wenn der Hund diese Übungen kennt und sich dabei wohl fühlt, wird er entspannt mitarbeiten. Hierfür braucht unser Hund Vertrauen und die nötige Ruhe. Auf der Seite liegen ist für Hunde eine einfache Übung und kann sehr oft im entspannten Umfeld verstärkt und sogar mit einem Kommando verknüpft werden. Wenn diese Übung positiv verknüpft ist, ist es für den Hund wesentlich angenehmer, sich auch in der Tierarztpraxis auf die Seite zu legen. Selbst wenn die Untersuchung einmal etwas weh tut, wird Ihr Hund das Vertrauen nicht verlieren! Sie und Ihr Hund bestimmen das Tempo in den Trainingseinheiten. Sie und Ihr Hund bestimmen wie Ihre zukünftigen Besuche beim Tierarzt aussehen sollen.

Übung 3: OHRE UNTERSUCHUNG

Manchmal verirrt sich ein Grashalm ins Ohr oder es entwickelt sich eine Ohrenentzündung. Damit die Therapie optimal abgestimmt werden kann, müssen unsere Tierärztinnen in die Ohren des Hundes schauen dürfen. Hierfür ist es nötig, dass der Hund seinen Kopf einige Sekunden still hält, damit die Tierärztin das Ohr untersuchen und hineinsehen kann.

Um unseren Hunden diese Untersuchung zu vereinfachen, zeigen wir ihnen, dass es in Ordnung ist, wenn man den Kopf still halten muss. Später lernen sie zusätzlich, dass der Kopf und das Ohr gehalten werden. Je positiver diese Übung verknüpft wurde, desto leichter und angenehmer ist die Ohren Untersuchung.

Übung 4: ZÄHNE KONTROLLIEREN

Die Übung „Zähne schauen“ ist für viele ungeübte Hunde eine große Herausforderung, dabei könnte es so einfach sein. Sie und Ihr Hund können entscheiden, ob Sie die Zähne herzeigen möchten (also die Tierärztin nur schaut) oder ob Sie Ihren Hund bestärken wollen, sodass die Tierärztin selbst die Zähne anschauen darf. Für die Mutigen Hunde ist es darüber hinaus möglich zu üben, dass man auch den Rachen untersuchen darf, sprich dass sie sich das Maul ein paar Sekunden öffnen lassen. Zugegeben ist das Maulöffnen eine Fleißübung, die nicht alle Hunde lernen wollen. Aber mit Ruhe und Geduld kann auch diese Übung positiv gespeichert werden!

Übung 5: ENTSPANNT IM WARTEZIMMER

In der Ordination ist das Wartezimmer manchmal eng oder andere Hunde machen das Durchgehen schwierig. Manchmal muss man etwas warten, weil ein anderer Patient noch versorgt wird.

Gerade hier ist es wichtig, dass der eigene Hund sich in der Situation möglichst wohl fühlt und entspannt. Man kann eine Strategie entwickeln, um den Besuch in der Ordination möglichst angenehm zu gestalten. Welche Position oder welche Übung mag Ihr Hund? Wie können Sie eine angenehme Stimmung schaffen und Ihrem Hund Mut machen?

Wir erarbeiten gerne mit Ihnen gemeinsam Ihre persönliche Strategie!

Bitte vereinbaren Sie mit unserem Team einen Termin für Ihre persönliche Trainingseinheit! Das Training findet direkt in der Ordination statt. Bitte bringen Sie die Lieblingsleckerlies Ihres Hundes mit, damit wir alle Übungen so positiv wie möglich speichern können.

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